Frauenförderung in der Wirtschaft
Frauen sind in der Wirtschaft nach wie vor strukturell benachteiligt. In den 200 größten Unternehmen Deutschlands besetzen sie nur 17,4 % der Top-Führungspositionen, in kommunalen Betrieben liegt der Anteil oft unter 25 %. Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt 18 %, bereinigt bleiben 6 %. Über 50 % der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit, was ihre Aufstiegschancen stark einschränkt. Zudem gründen nur 18–20 % der Start-ups gemischte Teams, und reine Frauenteams erhalten nur 2 % des Risikokapitals. Heidelberg als Wirtschaftsstandort muss hier gegensteuern. Die Unterrepräsentation von Frauen ist ein strukturelles Problem. Kommunale Maßnahmen können gezielt ansetzen: Frauen in Führungspositionen und als Gründerinnen stärken die Vielfalt und Innovationskraft der lokalen Wirtschaft. Die Stadt Heidelberg hat als öffentliche Institution die Pflicht, Diskriminierung abzubauen und gleiche Teilhabe zu ermöglichen. Als international sichtbare Stadt sollte Heidelberg in Sachen Gleichstellung Vorreiterin sein. Zudem steigert eine höhere Frauenquote in Führungspositionen die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. In kommunalen Unternehmen und Gremien sind Frauen in Entscheidungsebenen kaum sichtbar, was die Motivation junger Frauen hemmt. Gründerinnen haben schlechteren Zugang zu Risikokapital und BusinessAngel-Netzwerken. Fehlende flexible Arbeitsmodelle und Betreuungsangebote erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem haben Frauen seltener Zugang zu informellen Netzwerken, die für Karriere und Gründungen entscheidend sind