Ein wirksamer Hitzeschutz erfordert bauliche und technische Lösungen – von der Verschattung über die Nachtauskühlung bis hin zur aktiven Kühlung. Denn die Belastung ist kein Komfortproblem. Wenn Kitas und Pflegeeinrichtungen keine ausreichend gekühlten Schlaf- und Ruheräume vorhalten können, kann dies die körperliche Gesundheit von Kindern und Pflegebedürftigen gefährden. Die Stadt trägt hier als Trägerin bzw. Aufsichtsbehörde eine besondere Schutzpflicht. Zudem hat sie eine Verantwortung zur rechtmäßigen
Ausstattung der Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter*innen.
Hinzu kommt, dass in überhitzten Klassenräumen die Konzentrationsfähigkeit von Schüler*innen nachweislich nachlässt — hitzefrei ersetzt keinen strukturellen Hitzeschutz. Der gesundheitliche Schutz vulnerabler Gruppen sollte klar Vorrang haben vor allen anderen Vorhaben.
Hitzebedingte Schließungen oder verkürzte Öffnungszeiten von Kitas und Schulen haben zudem eine wirtschaftliche Dimension, die in der bisherigen Debatte unterschätzt wird: Können Eltern ihre Kinder nicht regulär betreuen lassen, fällt Arbeitszeit aus oder Betreuung muss kurzfristig organisiert werden – mit entsprechenden Folgekosten für Heidelberger Betriebe und Beschäftigte. Ein verlässlicher Hitzeschutz in Kitas und Schulen ist damit auch ein Beitrag zur Standortsicherheit und reduziert volkswirtschaftliche Schäden durch Betreuungsausfälle, von denen vor allem ortsansässige Unternehmen betroffen sind.