Kirchliche Grundstücke gemeinschaftlich nutzen
Der Gemeinderat versteht sich als verlässlicher Partner der Kirchen und will dazu beitragen, dass sie ihren wichtigen Beitrag zur Daseinsfürsorge in Heidelberg auch künftig im Sinne der gesamten Stadtgesellschaft leisten können. Diese Verantwortung gewinnt angesichts der aktuellen Konsolidierungsprozesse besondere Bedeutung.In den kommenden Jahrzehnten werden sich die beiden großen Kirchen in Deutschland voraussichtlich von einem erheblichen Teil ihres Gebäudebestands trennen müssen. Auch in Heidelberg finden diese Prozesse bereits statt und die Ergebnisse werden für die Stadtgesellschaft spürbar werden. Viele dieser Immobilien befinden sich in zentralen Lagen, prägen das Stadtbild, stehen unter Denkmalschutz und erfüllen wichtige Funktionen für das städtische Leben. Sie beherbergen Kindertagesstätten, Altenpflegeeinricht ungen, Begegnungsräume, Flächen für öffentliche Infrastruktur, sowie Orte, die als Grün- und Aufenthaltsflächen genutzt werden können. Ein Verkauf solcher Liegenschaften könnte tief in den Alltag der Heidelberger Stadtgesellschaft eingreifen. Für viele Menschen sind diese Gebäude und Freiflächen seit Jahrzehnten selbstverständliche Bestandteile ihres Umfelds –Orte, an denen man sich trifft, engagiert oder kulturelle Angebote wahrnimmt. Fällt eine solche Liegenschaft in private Hand, können „Dritte Orte“ verschwinden und damit wichtige öffentliche Funktionen verloren gehen. Zwar ist es der Stadt aufgrund der angespannten Haushaltslage derzeit nicht möglich, Grundstücke oder Gebäude in großem Umfang zu erwerben. Umso wichtiger ist es deshalb, frühzeitig über geplante Verkäufe informiert zu werden, um rechtzeitig abwägen zu können, wo ein städtisches oder gemeinwohlorientiertes Engagement besonders notwendig wäre. Das Ziel muss darin bestehen, gemeinsam mit den Kirchen tragfähige Lösungen zu entwickeln, die den öffentlichen Nutzen dieser Liegenschaften möglichst langfristig sichern. Ein verlässlicher Informationsfluss zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Kirchen ist dafür die Grundlage.