Debatte um Jarecki ist nicht abgeschlossen!

Pressemitteilung vom 31.03.2026

Gerade mal etwas mehr als einen Monat nach Bekanntwerden der Verbindungen zwischen Henry Jarecki und Jeffrey Epstein hat die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sie die Zusammenarbeit mit der Max-Jarecki-Stiftung fortsetzen will. Dass die Stadt diese Position bezieht, bevor der Gemeinderat die Diskussion – zumal von so hoher Brisanz – abschließend führen konnte, stößt bei der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Unverständnis. Ein Austausch im Ältestenrat – ein protokollarisches und kein inhaltliches Entscheidungsgremium – kann eine echte politische Debatte nicht ersetzen.

Als grüne Gemeinderatsfraktion möchten wir dabei anmerken, dass bislang keine finale Entscheidung in der Sache bezüglich Bundesverdienstkreuzes (Bund) und Ehrensenatorwürde (Universität) vorliegt. Es konnten auch noch nicht alle bisher gestellten Fragen beantwortet werden. Nicht zuletzt bleibt bislang offen, ob und gegebenenfalls wie man zukünftig die Maßstäbe für die Zusammenarbeit in diesem Fall sowie allgemein nachschärft.

Es geht uns dabei ausdrücklich nicht um Vorverurteilungen. Aber selbst wenn rechtliche Spielräume begrenzt sind, dreht sich diese Debatte um Verantwortung, Werte und Haltung – und daran muss sich die Stadt messen lassen.

Auch die Vorkommnisse um die USA-Reise der früheren OB-Referentin Nicole Huber wirft Fragen auf, die beantwortet werden müssen – zum ethischen Verhalten und zu möglicher Vorteilsnahme als städtische Mitarbeiterin. Wir begrüßen an dieser Stelle die Prüfung des Sachverhaltes durch die Stadt und erwarten einen transparenten und sorgfältigen Prozess.

Von dem Ausmaß des Missbrauchs von Kindern und jungen Frauen sind wir erschüttert. Daher steht für uns als Fraktion vor allem das Thema des Umgangs mit struktureller, aber auch individueller sexualisierter Gewalt im Vordergrund sowie die Frage nach einem guten Schutz von Betroffenen in Heidelberg. Wir wünschen uns, dass in dieser Debatte mehr über die Opfer und deren Schutz und Prävention gesprochen wird und erbitten von der Stadt klare Informationen über ihr Sicherheits-, Opferschutz- und Unterstützungskonzept.