Grüne unterstützen Fachgespräch zum Thema inklusive Kinderbetreuung

Pressemitteilung vom 22.04.2026

Inklusion ist keine Ermessenssache – verlässliche Betreuung für alle Kinder sicherstellen

Ein aktuell diskutierter Einzelfall zeigt sehr deutlich, dass es in der inklusiven Kinderbetreuung in Heidelberg noch hakt. Für uns als Grüne Fraktion steht dabei nicht die Bewertung einzelner Abläufe im Mittelpunkt, sondern die Situation der betroffenen Familie und die grundsätzliche Frage, wie Inklusion im Alltag wirklich funktioniert.

Familien mit Kindern mit Behinderung leisten jeden Tag enorm viel. Sie organisieren Betreuung, Therapien und Alltag unter Bedingungen, die für viele kaum vorstellbar sind. Wenn Eltern dann zusätzlich über Jahre hinweg um eine passende Betreuung kämpfen müssen, läuft etwas grundlegend falsch. Solche Belastungen dürfen wir nicht hinnehmen.

Auch das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat klargestellt, dass Kinder mit Behinderung Anspruch auf vollumfängliche Betreuung in einer Einrichtung haben, gleichwertig zu allen anderen Kindern. Dieser Maßstab muss Ausgangspunkt allen Handelns sein.

Gute Kinderbetreuung ist Voraussetzung für Teilhabe. Für die Kinder selbst und für ihre Eltern, die arbeiten wollen oder müssen. Gerade bei Kindern mit Behinderung reicht es nicht, dass es ein Angebot auf dem Papier gibt. Es muss im Alltag funktionieren. Lösungen, die praktisch nicht tragfähig sind, helfen den Familien nicht weiter.

Die Zuständigkeiten sind kompliziert und Finanzierung ist oft unklar. Bund, Land und Kommune greifen in ihren Regelungen nicht immer sauber ineinander. Aber diese systemischen Defizite dürfen nicht auf den Rücken der ohnehin über die Maßen belasteten Familien und Kinder ausgetragen werden, die ihre Rechte mühsam einfordern müssen.

Wir möchten deshalb ein Fachgespräch zur inklusiven Kinderbetreuung in Heidelberg unter der Leitung der Stadtverwaltung unterstützen. Bei diesem Gespräch sollen alle beteiligten Akteur*innen gemeinsam ermitteln, wo Bedarfe nicht erfüllt werden, wodurch Hürden und Belastungen entstehen und wie wir gemeinsam daran arbeiten können, dass Heidelberg einen weiteren Schritt in Richtung Inklusivität macht.

Es geht darum, offen zu klären: Welche Bedarfe haben die Familien tatsächlich? Wie können Zuständigkeiten und Finanzierung verlässlich geregelt werden? Wie stellen wir sicher, dass Eltern frühzeitig Unterstützung bekommen? Und was brauchen Kitas, damit Inklusion im Alltag gelingt?

Inklusion ist kein Zusatz und keine freiwillige Leistung. Wir haben den Anspruch, dass Inklusion auch im Alltag funktioniert. Verlässlich, praktikabel und ausgerichtet an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen.