Corona-Krise trifft Clubs hart: Nachtkultur retten!

PRESSEMITTEILUNG 30.06.2020 – Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Die Nachricht, dass die halle02 ihr Kulturprogramm einstellen muss, ist ein harter Schlag für Heidelberg. Der Wegfall einer der größten Kultureinrichtungen in Heidelberg stellt einen herben Verlust für die Stadtgesellschaft dar. Bei den aktuellen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass die halle02 zwar der erste, aber sicherlich nicht der einzige Club sein wird, der der Corona-Pandemie zum Opfer fällt. Die Grüne-Fraktion fordert Unterstützung für die Nachtkultur.

“Clubs sind gesellschaftsrelevant. Sie sind relevant für eine freie, offene und pluralistische Gesellschaft und verdienen ebenso Unterstützung wie andere kulturelle Einrichtungen”, so Grünen-Stadträtin Marilena Geugjes. Grünen-Stadträtin Kathrin Rabus betont: “Die Macher*innen der halle02 haben aus einer abgerockten Industriebrache ein pulsierendes Zentrum für Gegenwartskultur gemacht, mit einem beeindruckenden Konzertprogramm, einer lebendigen Clubszene und immer einem offenen Ohr für Trends und neue Formate. Wir danken der halle02 für diesen großartigen Beitrag zum Heidelberger Kulturleben und hoffen, dass es doch bald wieder weitergeht.”

Es ging der Club- und Nachtkultur schon vor Corona nicht gut. Clubsterben war auch schon vor den Pandemie-bedingten Veranstaltungsverboten ein weit verbreitetes Phänomen (nicht nur) in unserer Region – und wird nun noch ein viel dringlicheres Problem werden. Darauf hat die Grüne-Fraktion immer wieder hingewiesen und verschiedene Initiativen gestartet, um die Situationen von Clubs und Livemusikspielstätten strukturell zu verbessern. Zuletzt wurde auf Initiative der Grünen-Stadträtin Marilena Geugjes erreicht, dass den Heidelberger Clubs in städtischen Liegenschaften zumindest die Mietzahlungen erlassen werden.

“Nachtkultur ist aber ebenso Kultur wie die so genannte Hochkultur auch und ist vor allem für junges Publikum extrem wichtig und identitätsstiftend. In Clubs kommen Menschen kreativ und ausgelassen zusammen, was ein wichtiger Kitt für unsere Gesellschaft ist. Und nicht zu vergessen: Clubs sind darüber hinaus auch als lokale Wirtschaftsmotoren und Arbeitgeber von großer Relevanz”, so Geugjes. Die Bundesregierung muss den Clubs endlich die Wertschätzung zukommen lassen, die sie verdienen. Dazu gehört neben wirtschaftlichen Hilfen in Corona-Zeiten auch eine generelle, strukturelle Unterstützung, wie beispielsweise die Anerkennung von Clubs als Kulturorte, die Aufnahme in die kulturelle Förderung sowie die Reduzierung von Auflagen.

Auch wenn die Geschäftsführer der halle02 aktuell keine Perspektive für eine Weiterführung sehen, hoffen die Grünen, dass die Politik auf allen Ebenen die gesellschaftliche Relevanz von Nacht- und Clubkultur erkennt und sie ausreichend unterstützt. Damit die halle02 bald wieder ein Ort für Partys, Konzerte, Comedy, Ausstellungen, Lesungen, Poetry Slams – ein Ort für Kultur – sein kann und andere Clubs nicht das gleiche Schicksal ereilt.

Foto: halle02

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