Stadtblatt-Beitrag von Nora Schönberger – Ausgabe vom 29.04.2026
Vergangenen Samstag wurde gefeiert: Das WeltHaus Heidelberg hat sein neues Domizil im ehemaligen Zollhaus am Römerkreis offiziell eingeweiht. Was 2011 als Idee begann und 2012 mit dem Einzug in den Heidelberger Hauptbahnhof Wirklichkeit wurde, bekommt nun ein neues Kapitel. Der Umzug war nötig, da die anstehende Sanierung des Hauptbahnhofs keinen Verbleib zuließ. Doch er ist vor allem eines: eine echte Aufwertung.
Dass das WeltHaus dabei von der Stadt nicht allein gelassen wurde (bei der Suche nach der Immobilie, bei der Renovierung, bei den Kosten), dafür sind wir sehr dankbar. Diese Unterstützung ist Ausdruck dessen, was das WeltHaus für Heidelberg bedeutet: Die Organisationen im Eine-Welt-Zentrum Heidelberg e.V. (EWZ) tragen z.B. wesentlich dazu bei, dass Heidelberg seit 16 Jahren als Fairtrade Town ausgezeichnet ist. 2026 steht die Rezertifizierung an. 2023 belegte Heidelberg sogar den 2. Platz als Hauptstadt des Fairen Handels. Das ist auch ein Verdienst der vielen Engagierten im WeltHaus.
Das neue WeltHaus in dem roten Backsteingebäude mit den blauen Fensterrahmen am Römerkreis ist sichtbarer, zugänglicher und einladender als je zuvor – mit barrierefreien Veranstaltungsräumen, die allen offenstehen. Sichtbarkeit ist für diese Arbeit keine Äußerlichkeit, sondern eine Grundvoraussetzung. Das EWZ, Trägerverein des WeltHauses, vereint ein Netzwerk von 51 Gruppen und Initiativen, die sich lokal für globale Gerechtigkeit einsetzen. Mehr als 25 davon arbeiten hier unter einem Dach: vom Weltladen Altstadt, Globales Klassenzimmer, Heidelberger Partnerschaftskaffee, BUND, Greenpeace, foodsharing, terre des hommes, Deutsch-Ukrainische Gesellschaft, Initiative für erneuerbare Energien und Anlagen, Bürgerstiftung Heidelberg, Transition Town, Asylarbeitskreis, AGAPE, Uthukumana Afrika e.V., um nur einige zu nennen. Die vollständige Vielfalt lässt sich kaum in einem Satz fassen. Getragen vor allem von ehrenamtlichem Engagement.
Und genau das ist der Kern: Das langjährige, verlässliche Ehrenamt der WeltHaus-Organisationen ist kein Selbstläufer, es braucht Wertschätzung und auch finanzielle Unterstützung. Dieses Engagement stärkt Heidelberg als weltoffene Stadt und ermöglicht unter anderem, dass die Stadt erfolgreich Fördermittel einwerben kann. Als Grünen-Fraktion stehen wir dafür, dieses zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken und zu fördern, heute und in Zukunft. Herzlichen Glückwunsch an alle WeltHaus-Akteur*innen und danke für den schönen Tag.
Und an alle, die noch nicht vorbeigekommen sind: Es lohnt sich!


