Stadtblatt-Beitrag von Ursula Röper – Ausgabe vom 01.07.2026
Die Hitzewelle der letzten Woche mit Spitzenwerten in Heidelberg von bis zu 40 °C und einer ganzen Serie an Tropennächten markiert einen weiteren bedrohlichen Wendepunkt in den lokal spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Seit Jahren thematisieren wir regelmäßig die notwendige Klimawandelanpassung in unserer politischen Arbeit. Längere Hitzewellen bedrohen unsere Gesundheit, insbesondere die von Kindern und alten Menschen. Solche Hitzeperioden werden in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich zunehmen. Dies zwingt uns zum einen zu hoher Konsequenz bei der Fortführung unserer Klimaschutzmaßnahmen (etwa dem Ausbau erneuerbarer Energien). Und zum anderen müssen wir uns auch ganz konkret um Hitzeschutz in der Stadt kümmern.
Mittlerweile gibt es ein Klimawandel-Anpassungskonzept der Stadt. Es zeigt sich nun, dass dieses adaptiert und ausgeweitet werden muss. Schulen und Kindergärten sind nicht ausreichend auf lange Hitzeperioden vorbereitet. Eine ämterübergreifende Task-Force muss entwickelt werden, die Pläne für den Bevölkerungsschutz bereithält und rasch reagieren kann. Informationen für Schul- und Kindergartenträger sowie Eltern müssen zeitnah bereitstehen. Auch die “Kühle Karte” muss um viel mehr Räumlichkeiten, in denen man Schutz vor Hitze suchen kann, erweitert werden. Kühle Räume müssen in allen Stadtteilen verfügbar sein. Dass etwa die Stadtbücherei am Samstag wegen zu großer Hitze schließen musste, nahm Familien einen konsumfreien Rückzugsort. Eine beschleunigte Ausweitung und Kennzeichnung von Refill-Stationen und damit ein Wasserangebot an jeder Ecke kostet nichts und ist schnell umsetzbar. Kinder brauchen die Möglichkeit, mal eben in ein Geschäft springen zu können, um ihre Flasche aufzufüllen.
Im baulichen Bereich und in der Stadtentwicklung muss die Planung noch viel konsequenter auf Hitzeschutz eingehen. Deutlich weniger Versiegelung, grundsätzlich Fassadenbegrünung, Planungen im Einklang mit dem Stadtklima, Kaltluftschneisen und Erhalt vernetzter Grünräume: Dies alles braucht mehr Konsequenz in der Umsetzung. Nicht jede Maßnahme muss teuer sein. Einfache Sprühnebelanlagen kosten weniger als klassische Springbrunnen. In jedem Fall sparen effiziente und präventive Projekte langfristig deutlich mehr Kosten, als für sie ausgegeben wurde. Und für Gesundheitsschutz stehen wir sowieso in der Verantwortung.


