Stadtblatt-Beitrag von Ursula Röper und Florian Kollmann – Ausgabe vom 15.07.2026
Am Sonntag hat Heidelberg in einem Bürgerentscheid mit der klaren Mehrheit von 66,7 % dafür gestimmt, dass die Stadt das Gebiet Lammerskopf als Standort für Windkraftanlagen grundsätzlich entwickeln soll. Die Wahlbeteiligung lag mit 40,1 % erfreulich hoch. Heidelberg sagt damit JA zur Verantwortung für Klimaschutz, Versorgungssicherheit, regionaler Wertschöpfung und zu einer nachhaltigen Energieversorgung aus Bürgerhand. Heidelberg sagt auch JA zur Unabhängigkeit von fossilen Importen und zum Schutz vor den Preisschocks internationaler Krisen.
Wir Grüne haben uns schon lange generell für Windkraft und speziell für das Areal auf dem Lammerkskopf stark gemacht. Deshalb freuen wir uns jetzt sehr, dass die Mehrheit der Heidelberger Bürger*innen unseren Einsatz für Erneuerbare Energien unterstützt. Ihre Entscheidung macht deutlich: Die Energiewende ist kein Randthema! Sie wird von einer breiten Mehrheit der Gesellschaft unterstützt. Die Menschen wünschen sich eine saubere und zuverlässige Energieversorgung – und zwar direkt vor ihrer Haustür, nicht irgendwo in der Ferne.
Der Lammerskopf zählt zu den windstärksten Standorten im nördlichen Baden-Württemberg. Dort weht der Wind deutlich stärker und gleichmäßiger als in der Rheinebene. Damit wird ein Windpark an dieser Stelle zu einem Schlüsselprojekt für die lokale Energiewende, weil die klimaneutrale Energieversorgung gleichzeitig für eine Wertschöpfung vor Ort in Heidelberg sorgt. Wer heute Windräder ermöglicht, sichert damit morgen eine zuverlässige, saubere und bezahlbare Energieversorgung. Das geplante Entwicklungskonsortium besteht aus den Stadtwerken Heidelberg und drei regionalen Energiegenossenschaften – also Akteuren, die für kommunale Verantwortung und Bürgerbeteiligung stehen. Mit ihnen wird der Strom nicht von anonymen Großkonzernen produziert, sondern in der Region erzeugt und genutzt.
Und wichtig: Die Energiewende wird nicht auf Kosten der Natur vorangebracht. Schon im bisherigen Verlauf gab es umfassende Prüfungen zu geschützten Lebensräumen und gefährdeten Tierarten. Der Prozess wird nun weitergehen. Für jede einzelne Anlage werden weitere Genehmigungs- und Prüfverfahren aufgesetzt. Wir werden nicht müde zu betonen, dass die Klimakrise bereits heute Wälder, Artenvielfalt und Wasserhaushalt bedroht. Deshalb dürfen Klima- und Naturschutz nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Grafik: Stadt Heidelberg


