Einweihung des „Frieda-und-Mathias-Müller-Parks“ in Ziegelhausen

Die Kleinparkanlage in der Ortsmitte Ziegelhausens nördlich des früheren Ebert-Platzes wurde in Gedenken an das Ziegelhäuser Ehepaar Frieda (1902 – 1969) und Mathias Müller (1895 – 1969) in „Frieda-und-Mathias-Müller-Park“ umbenannt.

Bürgermeisterin Martina Pfister sprach bei der Eröffnung des kleinen Parks in Ziegelhausen, der dem Ehepaar Müller gewidmet wurde. Sie erinnerte an die tapfere Wäscherin, die ihre jüdischen Kunden versteckte und vor Deportation und Ermordung rettete. Martina Pfister lenkte das Thema auch in die Gegenwart und rief zu Anstand und Zivilcourage auf, wann immer es gegen Hass und Gewalt notwendig ist.

In dem Park wurde eine Gedenkstele aufgebaut. Die Stele befindet sich im nordöstlichen Teil des Parks am Weg zur Peterstaler Straße. Das Gedenkarrangement besteht aus einem Baum und einer Stele mit eingelassener Bronzetafel nebst weiteren Informationen zu dem Ziegelhäuser Ehepaar. Beim Baum handelt es sich um eine besonders hitzeverträgliche Zerr-Eiche (Quercus cerris). Sie wurde bereits im Frühjahr 2023 von der Stadt Heidelberg gepflanzt und nun durch die Stele komplettiert.

Die Umbenennung beschloss der Gemeinderat am 5. Mai 2022 einstimmig. Die Idee zum Gedenkort wurde aus den Reihen des Bezirksbeirats Ziegelhausen initiiert, mit dem Nachfahren der Familie Müller beraten und durch die Mitarbeiter des Landschafts- und Forstamtes umgesetzt.

Das Ziegelhäuser Ehepaar Müller versteckte Anfang 1945 die Mannheimer Familie Herzberg in ihrem Haus und rettete sie so vor der Deportation. Dafür wurden Frieda und Mathias Müller unter anderem 1978 posthum in Israel geehrt. Die Stele soll mit ihren zwei Enden das Ehepaar Müller darstellen: eng miteinander verbunden und standhaft.